Nordkaptour - Episode 3
Ritter der Landstraße

Endlich ist der nächste Treffpunkt bei Stai erreicht. Im Tank des Busses haben sich die letzten paar Tropfen Benzin ängstlich in einer dunklen Ecke versammelt, um so dem Fegefeuer des Zylinders zu entgehen. Zum Glück ist 200 m weiter eine Tankstelle. Die Womo-Truppe hat noch ein paar Minuten Schlaf gefunden und empfängt die leicht übernächtige Lauftruppe. Zuerst geht es daran, die Verschleißspuren des nächtlichen Gewaltrittes zu beseitigen. Da macht sich Svens mobile Werkstatt das erste Mal bezahlt. Rollerwalzen werden getauscht und Stockspitzen mit der elektrischen Schleifscheibe nachgeschliffen. Dann tauschen wir die Fahrzeuge. Sven und Jens begleiten Carmen, die die nächste Strecke läuft, mit dem Bus. Erik, Olli und Holger fahren mit dem Womo zum nächsten Treffpunkt voraus.

Die Sonne erwärmt die kalte Morgenluft schnell auf angenehme 15° C. Während im Womo lecker Spaghetti verdrückt werden, kommen die Läufer gut voran. Geplant waren eigentlich 15 km pro Stunde, doch der tatsächliche Schnitt liegt um die 20 km/h. Carmen überrascht die Männer immer wieder, sie hält super mit. So geht es im Eiltempo durch die herrliche Landschaft Mittelnorwegens, vorbei an kleinen Dörfern mit den typischen Holzhäusern und malerischen Seen. Intensiv genießen wir diese Eindrücke, sie sind quasi die Belohnung für unsere Mühen. Am Abend dieses Tages sind wir noch 150 km von Trondheim entfernt. Die Straßen auf der Karte sind relativ breit eingezeichnet, so dass wir optimistisch sind, in dieser Nacht von Schotterpisten verschont zu bleiben. Wenn das Tempo nicht rapide abfällt, sind wir morgen früh dort.

Dienstag Morgen, kurz nach 6 Uhr. Eine Bushaltestelle kurz vor Trondheim
Die Womo-Leute werden vom Laufteam aus einem bleiernen Schlaf gerissen. Jens hat noch eine halbe Stunde zu laufen. Holger und Erik machen noch kurz Morgentoilette und nehmen dann die Verfolgung auf. Die Hirnzellen haben den Wecker wohl überhört, und so irren die beiden etwas planlos durch Trondheim. Endlich finden sie die Einflugschneise Richtung Rorvik. Sie erreichen das Laufteam, doch die sind „absolutely not amused“ über die Verspätung. [weiter...]