Nordkaptour - Episode 2
Wer skatet so spät durch Nacht und Wind...

Trotz des Polarsommers wird es in diesen Breiten noch dunkel, deshalb beginnt Erik seinen Turn mit Stirnlampe. Im Schutz der Dunkelheit läuft er in Lillehammer ein, einem der Langlaufparadiese Norwegens. Mit kraftvollem Schritt skatet er durch das Stadtzentrum, vorbei am Schanzenareal und der Hakons Hall. Der Langlauf-Virus scheint ihm Bärenkräfte zu geben, denn er sprintet den Berg Richtung Nordsaeter hoch, dass selbst der legendäre Björn Dählie blass ausgesehen hätte…

Während Carmen, Sven und Jens mit dem Womo zum nächsten Treffpunkt Stai unterwegs sind, um sich dort eine Mütze Schlaf zu gönnen, beendet Erik seinen Lauf und wechselt auf Olli. Inzwischen ist es kurz nach 1 Uhr und es ist empfindlich kalt geworden. Nur gut, dass es nicht nass von oben kommt; es wäre Schnee gewesen.

Die Wechsel laufen inzwischen gut, es kommt keine Hektik auf. Holger bereitet Ollis Material vor, während der in die Laufklamotten schlüpft. Erik plündert derweil die Nahrungsmittelkiste. Axels Kamera surrt seit Stunden unentwegt, es scheint, als habe er Angst, eine gute Szene zu verpassen. Die nächsten Stunden sollten spannend werden, denn im Hochland um Lillehammer gibt es viele Wege und an den zahlreichen Kreuzungen kann man schnell die Orientierung verlieren.So staunt Olli nicht schlecht, dass plötzlich die Womo-Besatzung vor ihm auftaucht. Sie haben einen anderen Weg genommen und dadurch Zeit verloren, die ihnen Nerven und Schlaf kostet.

Auch lauftechnisch wird es immer schlechter, denn der Asphalt geht über in ein LehmSchotter-Gemisch. Zuerst ist alles noch festgefahren, aber zunehmend wird es steiniger und Olli wechselt auf die luftbereiften Power-Slide-Roller. Leider halten diese Ollis Urkräften nicht Stand und er muss mehrmals in die Boxengasse. Schließlich steigt er entnervt ins Auto, er hat die vorgegebenen zwei Stunden schon weit überschritten. Holger tut sich ebenfalls schwer mit dem immer weicher werdenden Untergrund. Es geht ewig bergauf und dazu gesellt sich ein zunehmend fieser Wind. Der Kräfteverschleiß ist dementsprechend hoch. Langsam graut der Morgen - und Holger graut es auch, denn der Anstieg nimmt kein Ende…